Kathleen’s Substack

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Februar

Zwischen den Welten

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Kathleen Schwabe
Feb. 01, 2026
∙ Bezahlt

Ich schreibe hier viel über Fakten, Laborwerte & Ernährung. Und doch ist all dieses Wissen für mich nie getrennt von der Erfahrung, Teil eines größeren Ganzen zu sein, eingebettet in Natur, Licht, Dunkelheit & kosmische Rhythmen. Vielleicht spürt man zwischen den Zeilen auch immer mal wieder meine stille Liebe zur Astrologie, die mich seit vielen Jahren begleitet als Erinnerung an Zyklen, Sinn & Zusammenhang.

Und so öffnet sich für mich auch jeder Monat wie ein eigener Erfahrungsraum, mit einer eigenen Qualität, einem eigenen Tempo, einer eigenen inneren Bewegung.

Vollmond, Träume, Sehnsucht

Der Februar beginnt mit einer Vollmondnacht. Der Mond steht im Löwen, die Sonne im Wassermann & auf dieser Achse begegnen sich Herz & Geist, persönlicher Ausdruck & kollektives Feld, das Bedürfnis gesehen zu werden & die Frage, wofür wir hier eigentlich da sind. Mehr dazu habe ich hier geschrieben.

Vollmonde sind Momente der Sichtbarkeit. Etwas zeigt sich, körperlich, emotional, innerlich, manchmal leise, manchmal überraschend deutlich. Was lange im Hintergrund gearbeitet hat, wird spürbar. Vollmonde beleuchten, sie bringen an die Oberfläche, was bisher getragen, verdrängt oder umgangen wurde & genau darin liegt ihre Kraft.

Doch der Februar ist mehr als dieser eine Moment. Für mich ist er ein Zwischenmonat. Der Winter ist noch nicht gegangen, der Frühling noch nicht angekommen. Das Licht nimmt zu, etwas im Inneren beginnt sich zu regen, noch ohne Form zu haben.

Bevor künstliches Licht, Bildschirme & permanente Reizverfügbarkeit unsere Wahrnehmung verschoben haben, lebten Körper ganz selbstverständlich in Resonanz mit diesen Übergängen. Die Nacht war dunkel. Der Morgen begann mit dem Licht der Sonne, nicht mit dem Aufleuchten eines Displays. Nach Sonnenuntergang blieb das Mondlicht als Orientierung, als biologisches Signal, das Schlaf, Hormonrhythmen, Fruchtbarkeit & emotionale Prozesse synchronisierte.

Heute leben wir überwiegend im Innenraum. Unter LEDs, vor Bildschirmen, mit hellem Licht bis spät in die Nacht. Wir verlieren die Dunkelheit, den Sonnenaufgang, den Mond. Und mit ihnen verlieren wir die feinen Signale, auf die unser Nervensystem & insbesondere der weibliche Körper angewiesen sind, um Hormone, Schlaf, Stoffwechsel & Stimmung zu regulieren. Wenn der Hell-Dunkel-Rhythmus aus dem Takt gerät, bleibt das nicht folgenlos.

Hormone, Fruchtbarkeit, Schilddrüse, Verdauung, Schlaf & emotionale Regulation sind keine isolierten Systeme, sondern Teil eines zusammenhängenden Regulationsfeldes, das auf Licht, Dunkelheit & Rhythmus reagiert. Nachtarbeit, dauerhaftes Wachsein bis tief in die Nacht oder chronische Reizüberflutung greifen tief ein in dieses Feld. Die Wiederverbindung mit natürlichen Licht- & Mondrhythmen wirkt deshalb tief. Sie beruhigt das Nervensystem, unterstützt hormonelle Balance, stabilisiert die Verdauung, mildert Stressreaktionen & öffnet wieder einen Zugang zur Intuition, zu innerer Sicherheit & Erdung.

Licht ist Medizin

Morgenlicht kurz nach dem Aufwachen als Orientierung für den Körper, natürliches Tageslicht über den Tag verteilt, warmes, gedämpftes Licht am Abend, weniger Bildschirme, mehr Dunkelheit, Schlafrhythmus. Wenn Menschen beginnen, wieder im Rhythmus von Tag & Nacht, von Mond & Jahreszeit zu leben, verändert sich etwas. Zyklen verschieben sich, der Körper wird ruhiger. Emotionen sortieren sich, Verdauung stabilisiert sich. Das innere Tempo synchronisiert sich mit natürlichen Rhythmen.

Dem Mond zu folgen ist eine Romantisierung des Lebens (die uns allen guttut), aber auch uraltes, biologisches Wissen. Ein Erinnern daran, dass wir nicht dafür gemacht sind, uns linear durch das Leben zu bewegen, sondern zyklisch, uns auszudehnen & zurückzuziehen, zu sammeln & loszulassen, immer wieder. Und der Februar ist genau dieser Raum dazwischen. Noch Winter, noch Rückzug & gleichzeitig ein erstes inneres Öffnen. Eine Zeit für Träume, für Sehnsucht ohne Ziel, für Bilder, die auftauchen dürfen.

Vielleicht kann der Februar ein Monat sein, in dem du dich wieder erinnerst an den Rhythmus deines Körpers, an das Licht, die Dunkelheit, den Mond. Und spürst, was leise beginnt, lange bevor es sichtbar wird.

Im Paid Teil findest du eine Meditation zum Vollmond

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