Kathleen’s Substack

Kathleen’s Substack

April 🌸

Mehr Energie im System & die Frage nach Richtung

Avatar von Kathleen Schwabe
Kathleen Schwabe
Apr. 02, 2026
∙ Bezahlt

Der April ist kein Übergangsmonat mehr. Mit dem zunehmenden Licht verändert sich die Dynamik im gesamten System, der Körper wird wacher, reaktionsbereiter, schneller. Genau darin liegt nicht nur eine Chance, sondern auch eine Herausforderung, denn mehr Energie bedeutet nicht automatisch mehr Klarheit, & mehr Aktivierung bedeutet nicht automatisch, dass das System diese Energie bereits stabil halten kann.

Viele Menschen spüren im April genau dieses Spannungsfeld, eine innere Bewegung, die stärker wird, mehr Ideen, mehr Impulse, ein deutliches Gefühl von Vorwärts & gleichzeitig eine gewisse Unruhe, ein Getriebensein oder das diffuse Empfinden, dass die Energie zwar da ist, aber noch keine klare Richtung gefunden hat.

Genau hier entsteht ein entscheidender Punkt, denn Energie, die keine Richtung bekommt, bleibt nicht einfach neutral im System, sondern beginnt, sich in Spannung zu übersetzen, in innere Unruhe oder in eine Form von Aktivierung, die nicht trägt, sondern erschöpft.

Und deshalb geht es im April nicht darum, noch mehr zu tun oder noch schneller zu werden, sondern darum, die vorhandene Energie so zu führen, dass sie im Körper ankommt, dass sie genutzt werden kann, dass sie nicht in Fragmentierung, sondern in Kohärenz mündet.

Kraft aus der Körpermitte

Das, was wir als Energie oder Antrieb bezeichnen, ist nicht einfach nur mehr machen, sondern eine Frage danach, wo im Körper diese Energie überhaupt entsteht & wie gut sie organisiert ist. Und hier rückt ein Bereich in den Fokus, der in vielen alten Weisheitstraditionen beschrieben wird & auch physiologisch eine zentrale Rolle spielt: die Körpermitte.

Rund um den Nabel liegt ein muskuläres Zentrum, das für Stabilität, Haltung & Bewegung verantwortlich ist & auch der Raum, in dem Verdauung, Immunsystem & ein großer Teil unseres enterischen Nervensystems zusammenkommen. Hier wird Nahrung verarbeitet, hier werden Signale über Sättigung, Energieverfügbarkeit & Verträglichkeit generiert. Hier entsteht in gewisser Weise die Grundlage dafür, wie sicher & versorgt sich der Körper überhaupt fühlt.

Wenn man das aus kPNI-Perspektive betrachtet, dann ist die Mitte ein Regulationsraum, in dem sich entscheidet, ob Energie zur Verfügung steht oder ob der Körper in eine Form von Sparmodus geht, in der zwar Aktivität möglich ist, aber nicht aus Stabilität heraus entsteht, sondern aus Kompensation.

Eine stabile Körpermitte bedeutet die Fähigkeit, Spannung aufzubauen & wieder loszulassen, Bewegungen zu koordinieren & den Atem so fließen zu lassen, dass er Bewegung unterstützt. Mechanische Stabilität, Atmung & neuronale Regulation greifen dann ineinander.Und wenn im April mehr Bewegung ins System kommt, ist vielleicht genau das die Qualität, die wir brauchen, um uns nicht zerstreuen zu lassen, sondern fokussiert aus dem inneren Zentrum heraus zu handeln. Denn in einer Zeit, in der so viel Aufmerksamkeit nach außen gezogen wird, in Bildschirme, in Informationen, in permanente Reize, verliert sich Energie oft nicht, weil sie fehlt, sondern weil sie nicht gebunden ist. Sie verteilt sich, wird ungerichtet, springt von einem Impuls zum nächsten, ohne sich wirklich zu sammeln.

Die Rückverbindung zur Körpermitte wirkt hier wie eine Art innerer Referenzpunkt, ein Ort, an dem Energie nicht nur entsteht, sondern auch gehalten & ausgerichtet werden kann. Daraus entsteht eine andere Qualität von Handlung, die weniger reaktiv ist & mehr mit Klarheit zu tun hat. Man kann auch sagen, dass sich hier etwas verschiebt, weg von einem ständigen Reagieren auf das, was von außen kommt, hin zu einer Form von Antwortfähigkeit, die im eigenen System verankert ist.

Lymph Flow

Und ein weiteres System finde ich relevant, das oft im Hintergrund bleibt & doch eine zentrale Rolle spielt, wenn es um Fluss, Regulation & das Erleben von Energie im Körper geht, nämlich das Lymphsystem.

Das Lymphsystem ist kein statisches Gefäßnetz, sondern ein dynamisches Transportsystem, das eng mit dem Immunsystem, dem Stoffwechsel & der interstitiellen Flüssigkeit verbunden ist, also mit dem Raum zwischen den Zellen, in dem Austausch, Versorgung & Abtransport stattfinden. Hier werden Stoffwechselprodukte, Zellreste, immunologische Signale & überschüssige Flüssigkeit aufgenommen & weitergeleitet, sodass das innere Milieu stabil bleibt und Zellen unter Bedingungen arbeiten können, die Regulation überhaupt ermöglichen.

Im Unterschied zum Blutkreislauf verfügt das Lymphsystem jedoch über keinen zentralen Pumpmechanismus, der den Fluss konstant aufrechterhält, sondern ist darauf angewiesen, dass Bewegung im Körper stattfindet, dass Muskeln sich anspannen & wieder lösen, dass Druckverhältnisse sich verändern & vor allem, dass das Zwerchfell sich rhythmisch hebt & senkt. Jede Atmung, jede Bewegung, jede Veränderung von Spannung im Gewebe wirkt dabei wie ein Impuls, der den Fluss der Lymphe weiterträgt.

Das Zwerchfell nimmt hier eine besondere Rolle ein, weil es wie eine innere Pumpe wirkt, die mit jeder Ein- & Ausatmung Druckverhältnisse im Bauch- & Brustraum verändert & dadurch den lymphatischen Rückfluss unterstützt. Wenn die Atmung flach bleibt oder überwiegend im Brustkorb stattfindet, fehlt genau dieser Impuls, der für den Fluss im System so wesentlich ist, & es entsteht eine Form von Stagnation, die sich vielleicht als ein diffuses Gefühl von Schwere, Müdigkeit oder innerer Trägheit zeigt.

Im Frühling, wenn das System insgesamt in Richtung Aktivierung geht, mehr Stoffwechselprozesse stattfinden, mehr Bewegung entsteht & das Immunsystem stärker mit der Umwelt in Kontakt kommt, wird genau dieser Fluss noch einmal relevanter, weil mehr transportiert, mehr reguliert & mehr verarbeitet werden muss. Wenn dieser Prozess gut funktioniert, entsteht ein Gefühl von Leichtigkeit, von innerer Klarheit & von einer Energie, die sich nicht aufstaut, sondern durch den Körper hindurch bewegt. Wenn der Fluss jedoch nicht ausreichend unterstützt wird, kann genau das Gegenteil entstehen, nämlich eine Form von innerer Dichte, in der Energie zwar vorhanden ist, aber nicht frei zirkulieren kann, wodurch sie sich entweder in Unruhe übersetzt oder in eine Müdigkeit, die sich nicht durch Schlaf alleine lösen lässt.

Die Praxis, die ich für diesen Monat gewählt habe, greift genau diese Mechanismen auf, indem sie Bewegung, Atmung & gezielte Aktivierung miteinander verbindet, sodass nicht nur einzelne Strukturen angesprochen werden, sondern das gesamte System wieder in einen Zustand kommt, in dem Fluss möglich wird & Energie nicht nur entsteht, sondern auch tatsächlich dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Lymph Flow: die Praxis

Die Theorie ist nur ein Teil, aber der Körper versteht über Erfahrung. Wenn wir über Energie sprechen, über Aktivierung, über Richtung, dann geht es nicht nur darum, das zu verstehen, sondern darum, es im eigenen System spürbar werden zu lassen.

Genau hier setzt diese Praxis an.

Sie verbindet Bewegung, Atmung & Rhythmus so miteinander, dass der Körper wieder in einen Zustand kommt, in dem Fluss möglich wird. Das Zwerchfell beginnt zu arbeiten, Druckverhältnisse verändern sich, Gewebe kommt in Bewegung & das Lymphsystem bekommt genau die Impulse, die es für Transport & Regulation braucht.

Gleichzeitig passiert etwas auf einer anderen Ebene: Der Fokus sammelt sich, die Aufmerksamkeit kehrt zurück in den Körper. Energie verteilt sich nicht mehr ungerichtet, sondern beginnt, sich zu bündeln.

Du wirst vielleicht merken, dass sich Wärme aufbaut, dass der Atem tiefer wird, dass dein System klarer wird.

Das ist körperbasierte Regulation (ein neuer Kurs überr Zoom startet am 09. April über Zoom – falls du teilnehmen möchtest, dann schreibe mir oder abonniere diesen Newsletter).

Die Praxis zum Lymph Flow findest du hier ⬇️.

Dieser Post ist für Paid-Abonnenten

Sind Sie bereits ein Paid-Abonnent? Anmelden
© 2026 Kathleen Schwabe · Datenschutz ∙ Bedingungen ∙ Hinweis zur Erfassung
Starten Sie Ihre SubstackApp herunterladen
Substack ist der Ort, an dem großartige Kultur ein Zuhause findet.